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Mein Norge: Brunost – eine norwegische Leidenschaft

Mein Norge: Brunost – eine norwegische Leidenschaft

Fragt man einen Norweger, was eine typisch norwegische Delikatesse ist, so landet brunost („brauner Käse“) mit Sicherheit auf den vorderen Plätzen. Für mich ist dieser einzigartige karamellige Süßmolkekäse die absolute Nummer eins. Ich liebe diesen Käse – er ist für mich Kindheitserinnerung, Heimatgefühl, Genuss und Norwegengefühl pur!

Brunost – nichts für Ungeduldige

Eisenkessel, Kaeseherstellung, Feuer, Molke
Karamellkäse ist ein ganz besonderer Gaumenschmaus, der bereits im 17. Jahrhundert von norwegischen Bergbauern hergestellt wurde. Schafe, Ziegen und Kühe liefern die Milch für einen Käse, der nichts für Ungeduldige ist. Über Stunden wird die Molke eingekocht, bis der darin enthaltene Milchzucker karamellisiert. Die so entstehende hellbraune Masse hat einen leicht süßlichen Geschmack und wird Prim genannt. Dieser fettarme Weichkäse strotzt nur so vor gesunden Mineralstoffen und aufbauenden Proteinen. Vor allem aber war er früher eine gute Quelle für Eisen, da er traditionell in einem Eisenkessel zubereitet wurde.

Brunost – ein unverhofftes Zufallsprodukt

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Bekanntlich entstehen die besten Ergebnisse ja manchmal durch Zufall. Einer Überlieferung nach hatte auch beim brunost das Glück seine Finger mit im Spiel: In dem idyllischen Tal Gudbrandsdalen hatte die junge Hirtin Anne Hov eines Tages die Idee, etwas von der Sahne mit in den Kessel mit Süßmolke zu geben. Das war eigentlich undenkbar, denn die Sahne war besonders kostbar und sollte zu Butter weiterverarbeitet oder direkt verkauft werden. Doch der gewöhnlich recht geschmacksneutrale Prim erhielt dadurch auf einmal einen viel volleren Geschmack – die Geburtsstunde des noch heute so beliebten brunost Gudbrandsdalsost. Mit dieser Rezeptur – so die Überlieferung – bewahrte die Bauerstochter das Tal vor dem drohenden finanziellen Ruin.

Heute ist Gudbrandsdalen auch abseits vom Thema Käse ein beliebtes Reiseziel, auch weil es mit 320 km das längste Tal Norwegens ist. Ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall! Weitere Reisetipps für Norwegen haben wir in unserem Beitrag „Tolle Landschaft, traumhaftes Wetter – Norwegen im Sommer“ für euch zusammengefasst.

Exportschlager Ski Queen

Ziegen, Zicklein, Wiese, Sommer, Kaese
Karamellkäse ist tatsächlich mehr als nur ein auf Norwegen beschränktes Phänomen. Rund 12.000 Tonnen brunost werden jährlich in Norwegen produziert und beträchtliche Mengen davon ins Ausland verkauft. Ein besonderer Exportschlager ist dabei die Sorte Ski Queen, die besonders in den USA beliebt ist. Der Ekte Geitost, der ausschließlich aus Ziegenmolke, -milch und -sahne hergestellt wird und dadurch wesentlich herber ist als der Klassiker Gudbrandsdalen, hat vor allem in Norwegen treue Anhänger.

So wird Brunost von den Norwegern gegessen

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Photo credit: uckyo – fotolia.com

In dünne Scheiben gehobelt, auf Toast, heißen Waffeln oder Knäckebrot zum Frühstück – so wird brunost von den Norwegern gegessen. Außerdem kann man den braunen Alleskönner zum Verfeinern von Soßen, Dips, Dressings oder Fondues verwenden oder man streut ihn über den Salat.

Ich persönlich mag Karamellkäse vor allem als süßen Brotaufstrich – am liebsten verfeinert mit einem kleinen Klecks roter Marmelade! Mein absoluter Favorit aber ist und bleibt der Fløtemysost auf Rosinenstollen mit Butter – deilig!

Brunost – Karamellkäse für zu Hause

Brunost ist sicher nicht jedermanns Sache. Wer aber neugierig geworden ist, kann den nach Karamell und Gouda schmeckenden Käse in jedem norwegischen Supermarkt, in Deutschland – zumindest in Norddeutschland – in jedem größeren Supermarkt oder online kaufen, um ihn zu probieren.

Wenn ihr euch darüber hinaus noch für andere norwegische Spezialitäten interessiert, findet ihr in unserem Artikel „Das Gold der norwegischen See“ Interessantes über einen weiteren kulinarischen Klassiker aus dem hohen Norden.

In diesem Sinne – velbekomme!

 

1 comment

  1. Dr. Manuel Haus says:

    Vor ca 55 Jahren (!) war ich mit einer befreundeten Familie in Ferien in Dänemark (!). Auf derr ganzen Reise von süddeutschland nach Langeland schwärmte mein Freund davon, dass es endlich wieder Myeseost geben werde. Das war dann auch für mich ein Knaller. Aber leider ist diese Art von Käse offenbar nicht (mehr) im Handel: Er war deutlich dunkler, etwas bröselig, so dass der Björklund-Käsehobel das ideale Gerät war, sonst wäre die Scheibe völlig zerbröselt. So lagen die Brösel der “Scheibe” brav auf der Platte des Hobels und konnten auf die Brötchen “geklatscht” werden. Auch schmeckte er deutlich nussiger.
    Was war das wohl für eine Sorte? Über einen Hinweis (und eine Bezugsquelle) bin ich dankbar.

    Schöne Grüße,

    Manuel Haus

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